Unser Kindergarten
Der evangelische Kindergarten Herzkamp ist in vielerlei Hinsicht besonders. Fangen wir mit dem Gebäude an: Dieses wurde damals als Schulgebäude errichtet.
Manni Engelke (ein ehemaliger Schüler) berichtet:
„Geschichtlich wurde die Schule Herzkamp erstmals 1750 erwähnt. In einem Vertrag zwischen einer alteingesessenen Familie und der Gennebrecker Bauerschaft wird schriftlich der Wiederaufbau des baufälligen Schulhauses erwähnt. Wie der Vertragsinhalt nahelegt, muss der Ort aber deutlich älter sein, da die Schule ja bereits zu dieser Zeit bestand. Zur Einschulung am 17. April 1963 konnte ich das historische Schulgebäude erstmalig kennenlernen. Vom Ochsenkamp ging der Schulweg entweder entspannt über den Kleinen Siepen oder sportlich über die Ochsenwiese vorbei an den noch sichtbaren Kohlenflözen, die bis an die Oberfläche reichten.
Heute kann man es sich kaum vorstellen: Es gab zwei Klassenlehrer für zwei Klassenräume für alle 8 Schuljahre. Da heißt es zusammenrücken. Der Start in die Schule fiel mir überhaupt nicht schwer, zumal mein älterer Bruder Ulrich, der bereits im vierten Schuljahr war, fast neben mir saß. Man konnte also immer gut mitbekommen, was gerade die anderen Schuljahre so lernen – ein toller Lerneffekt. Unser Klassenlehrer Herrn Klemm und der Schulleiter Herr Frauenlob haben das richtig gut gemacht.
Sport, Religion, Heimatkunde und auch die schönen Ausflüge und die Jugendwettkämpfe wurden gemeinsam erlebt. Der Stundenplan wurde auch von der Natur geprägt: gemeinsame Winterwanderungen mit Schlittenfahrten – Naturkundeunterricht bei Ausflügen in der wunderbaren Umgebung und in den Herbstferien gemeinsames Kartoffellesen bei den ortsansässigen Landwirten. Die Bauern holten die Pennäler direkt nach dem Unterricht mit dem Anhänger vom Schulhof ab und es ging auf den Kartoffelacker. Für Stärkung wurde gesorgt, denn in der Pause gab es Saft und Pflaumenkuchen vom Blech. Und dann gab es natürlich ein nettes Taschengeld (ich meine 5 DM und das war richtig viel Geld damals). Auf dem Rückweg zum Ochsenkamp ging es durch die Schlucht vorbei am alten Brunnen, um zu sehen, was die Frösche und Salamander gerade machen. Was war das für eine unbekümmerte Schulzeit!
Durch das Kurzschuljahr war für mich die vierte Klasse der Dorfschule bereits im November 1966 beendet und es ging auf die weiterführende Schule in Wuppertal. Da hieß es dann: Ach, die Landeier kommen in die Stadt….“
Besonders ist auch, dass bis heute im ev. Kindergarten Herzkamp nur eine Gruppe mit 21-23 Kindern betreut wird. Das ist eine absolute Rarität und bietet den Kindern eine ruhige, schöne Atmosphäre. Dies wird jedoch nicht mehr lange so sein. Aus verschiedenen Gründen muss die Kirche als Träger den Kindergarten abgeben. Darüber hinaus wird er zudem seinen Standort wechseln müssen. Das stimmt viele Dorfbewohner*innen sehr traurig, haben doch so manche Generationen in diesem geschichtsträchtigen Gebäude gelernt, gelacht und Freunde gefunden. Doch der Fortbestand des Kindergartens im Dorf scheint vorerst sicher zu sein. Die ev. Stiftung Volmarstein übernimmt den Kindergarten zum Jahreswechsel und ein Neubau soll in der Barmer Str. 21 entstehen. Dort haben dann auch zukünftig 2 Gruppen genug Platz. Die Kinder bleiben dem Dorf also erhalten. Wie wunderbar! Im Kindergartenjahr 2024/25 verabschieden sich gleich zwei langjährige Erzieherinnen, um in Rente zu gehen. Viele Eltern, die früher selbst den Kindergarten besucht haben, bringen heute ihre eigenen Kinder in die Obhut der Erzieherinnen.
Zum Sportplatz 1 45549 Sprockhövel
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